Bei meinen Thesen zur neuen Wirtschaft konnte man ja schon sehen, dass mich die Themen Digitalisierung und Bildung gerade umtreiben. Deswegen hat Markus Metz mit seinem Tweet gleich zwei Nerven bei mir getroffen:
Wenn wir Deutschen das Geld anstatt in parkende Autos in #Bildung, #Digitalisierung und #Energiewende investieren würden, dann… — Markus Metz ❤️ 🆒 🚻 (@miasanmetz) September 17, 2017

Irgendwie kam mir dabei das Märchen „Tischlein deck dich“ in den Sinn. Vielleicht liegt es daran, dass mir meine Kinder tags zuvor das Märchen vom „Hans im Glück“ erklärt haben? Wem das Märchen nicht mehr geläufig ist und die verlinkte Version zu lange ist, dem sei die Zusammenfassung auf Wikipedia zur Auffrischung empfohlen.
Märchenstunde: Tischlein, Deck Dich
Was aber soll das Märchen mit den Themen Bildung, Digitalisierung und Energiewende zu tun haben? Die Gebrüder Grimm konnten dies ja wohl kaum voraussehen. Der ein oder andere meiner Vergleiche mag vielleicht etwas hinken. Dennoch können wir vom Märchen der Gebrüder Grimm Einiges lernen.
Ich mag hier sicherlich kein Automobilindustrie-Bashing betreiben. Manche Unternehmen haben möglicherweise die Zeichen der Zeit erkannt. Dennoch hat mich die Ziege im Märchen sofort an die deutsche Lieblingsbranche erinnert. Sie ist satt und jammert dem Vater(-land) vor, wie schlecht es ihr doch geht. Ihnen fallen vielleicht auch noch andere Branchen ein, auf die der Vergleich ebenfalls zutrifft.
Dass fossile Brennstoffe wie Kohle, Öl und Gas endlich sind, wird wohl niemand bestreiten. Die Meinungen über das Ende der Verfügbarkeit gehen allerdings weit auseinander. Wikipedia spricht von maximal 200 Jahren. Doch auch wenn es noch viele versteckte Vorkommen gibt, die Kosten für deren Erschließung werden vermutlich um einiges höher sein als für die vorhandenen Förderstätten. Steigende Preise sind also vorprogrammiert. Viel schwerwiegender ist allerdings die Auswirkung auf die Umwelt. Globale Erwärmung durch CO2 als Verbrennungsprodukt fossiler Rohstoffe wird leider noch von einem gewissen Herrn T. aus W. im Norden Amerikas angezweifelt. Die Forschung ist sich aber ziemlich einig.
Tischlein Deck Dich Und Knüppel Aus Dem Sack
Regenerative Energien kommen einem „Tischlein deck dich“ schon ziemlich nahe. Natürlich müssen wir erstmal kräftig in das Tischlein in Form von Photovoltaik, Wind- und Wasserkraftanlagen investieren. Und das Tischlein ist leider auch nicht so transportabel wie in Grimm’s Märchen. Trotzdem versorgt es uns unerschöpflich mit Energie. Für mich hat diese Form der Energie definitiv die Nase vorne. Also lasst uns gemeinsam Tischlein bauen und unsere Schreinerkünste verbessern. Dann werden wir es hoffentlich irgendwann wie der älteste Sohn überall aufstellen können.
Den Esel bei dem vorne und hinten Gold raus kommt wird es auch durch die Digitalisierung nicht geben. Viele sehen die Digitalisierung ja eher als Bedrohung. Maschinen und Algorithmen werden viele Jobs wegnehmen und in Folge dessen wird für viele das Gegenteil des Goldesels eintreffen – Massenarbeitslosigkeit und Armut. Das Gold sprudelt dann nur noch für die Besitzer der Esel (=Maschinen und Algorithmen). Wie in einem meiner früheren Artikel beschrieben, wird uns die Digitalisierung meiner Meinung nach aber näher an die paradiesischen Zustände des Grimm’schen Märchens bringen. Es braucht auch in Zukunft Menschen die „Esel“ züchten, pflegen und füttern. Dies wird vielen ihren Lebensunterhalt sichern. Maschinen und Algorithmen werden uns schwere körperliche Arbeit und langweilige Routinetätigkeiten abnehmen. Die freigewordene Kapazität können wir dann in neue Aufgaben stecken, wie z.B. die Forschung am transportablen Tischlein. Eine Errungenschaft der Digitalisierung haben die Gebrüder Grimm auf alle Fälle vorhergesagt: Das Tätigen von Geldgeschäften per Sprachsteuerung. „Bricklebrit!“ 😉
Der Vergleich mag jetzt vielen komisch vorkommen. Es geht hier auf keinen Fall um die Wiedereinführung der Prügelstrafe. Wo sind also die Parallelen mit dem Knüppel des jüngsten Sohnes? Ich sehe mindestens drei.
Kasseler Grimm Forscher Löst Rätsel Um Das Märchen
Erstens war der Knüppel im Sack von den drei Geschenken das Reizloseste. Genauso verhält es sich auch mit der Bildung. Für viele ist Bildung heute reizlos, langweilig, angestaubt. Auch in der öffentlichen Diskussion kommt die Bildung oft zu kurz. Dieselaffären, PKW-Maut, Flüchtlings- und Bankenkrisen stehlen der Bildung oft die Show.
Zweitens war der Knüppel der heimliche Star der Geschichte. Ohne ihn wären Tischlein und Goldesel verloren gewesen. Bildung hilft, dass in Zukunft niemand mit Tischlein und Goldesel Unfug treibt. Sie hilft aber auch neue Goldesel zu finden.
Die dritte Parallele finde ich aber die Wichtigste. Der jüngste Sohn erlernte ein kunstreiches Handwerk und musste am längsten lernen. Am Ende war jedoch er der Held der Geschichte. Bildung heißt heute nicht nur Schule, sondern lebenslanges Lernen. Deshalb sollten wir viel Zeit und Energie auf dieses kunstreiche Handwerk spendieren.

Tischlein Deck Dich Sammelbildchenserie :: Deutsches Märchen Und Wesersagenmuseum :: Museum Digital:deutschland
Was ist nun die Moral von der Geschicht? Nun, da mag jeder seine eigenen Lehren draus ziehen. Für mich gibt es zwei wichtige takeaways.
Das Märchen der Grimm’s schließt für die Schneiderfamilie mit einem Happy End. Jeder Einzelne von uns kann für ein Happy End im realen Leben sorgen:
Wir können auch politisch die Weichen für ein Happy End stellen. Nachdem dieser Artikel sechs Tage vor der Bundestagswahl erscheint: Geht wählen! Unterstützt die „Schreiner, Müller und Drechsler“. „Meckernde Ziegen“ bringen unser Land nicht weiter.Illustration aus dem Märchen: Der jüngste Sohn des Schneiders nimmt dem Wirt den gestohlenen Goldesel und den magischen Tisch mithilfe des Knüppels im Sack wieder ab. ©Illustration: nh
Tischlein, Deck Dich
Kassel. Das Märchen „Tischlein, deck dich!“ ist weltweit bekannt. Nun hat der Kasseler Forscher Prof. Dr. Holger Ehrhardt von der Uni Kassel ein Rätsel um die Geschichte der Brüder Grimm gelöst.
Die Brüder Grimm haben zwischen 1798 und 1841 gut 30 Jahre ihres Lebens in Kassel verbracht und hier an ihrer berühmten Sammlung der Kinder- und Hausmärchen gearbeitet.

Bislang war unbekannt, von wem die Brüder Grimm das Märchen erzählt bekamen. Lediglich eine handschriftliche Notiz von Wilhelm Grimm aus dem Jahr 1812 existierte. Aus dieser geht hervor, dass Jeanette Hassenpflug, die sich im Auftrag der Grimms die Geschichten erzählen ließ, für „Tischlein, deck dich!“ mit einer „Mamsell Storch“ gesprochen hatte. Wer sich aber dahinter verbarg, das war ein Geheimnis.
Tischlein Deck' Dich (1956)
Der Begriff Mamsell hatte eigentlich auf eine Dienstmagd hingedeutet, sagt der Grimm-Experte. Doch diese Vermutung sollte sich nicht bestätigen. Ehrhardt recherchierte und wurde unter anderem im Henschel-Archiv fündig. Er fand heraus, dass es sich um Eleonore Storch handelt, die Tochter eines Kasseler Gießereibesitzers und Schwägerin des Henschel-Firmengründers Georg Christian Carl Henschel.
Ehrhardt stieg tief in die Biografie der Märchenzuträgerin ein. Es sei spannend zu erfahren, welche Menschen den Brüdern Grimm die Märchen überliefert hätten. Mamsell Storch war eine Vertreterin des Kasseler Großbürgertums. Die 1750 geborene Tochter des Stückgießers Johann Friedrich Anton Storch war unverheiratet geblieben. Sie lebte später im Gießhaus des Vaters, das in der Nähe des Karlshospitals auf der heutigen Weserstraße stand.
„Zudem hatte sie eine Gehbehinderung“, erzählt Ehrhardt. Wegen ihrer persönlichen Situation sei Eleonore Storch vermutlich viel zu Hause geblieben. Dort machte sie sich nützlich, indem sie auf ihre Nichten und Neffen aufpasste. Durch die Kindererziehung hatte sie dankbare Abnehmer für die Märchen.
Dornröschen / Tischlein Deck Dich, 1 Audio Cd / Grimms Märchen, Audio Cds Von Jacob Grimm; Wilhelm Grimm
Der Ursprung des Märchens „Tischlein, deck dich!“ liegt in Italien. Zuerst wurde es 1634 in neapolitanischer Sprache im „Pentameron“ – einer Märchensammlung – veröffentlicht.

Die Urform war deutlich derber als jene, die in den Hausmärchen der Grimms erschien. Während in der neapolitanischen Version der Goldesel mit „arre cacaurre“ (also: „kacke Gold“) zum Ausscheiden der Golddukaten aufgefordert wird, tut er dies bei den Grimms durch das Fantasie-Zauberwort „Bricklebrit“.
Eleonore Storch hat aber auch ihre persönliche Note im Märchen verewigt. Sie fügte der Geschichte eine intrigante Ziege hinzu, die eine zentrale Rolle spielt. „Das Märchen hat sich weltweit mit der hinzugedichteten Ziege verbreitet und wurde in viele Sprachen übersetzt“, sagt Ehrhardt.
Oblaten Märchen Tischlein Deck Dich Chromolitho Ca.1865
Eleonore Storch starb am 21. Oktober 1828 im Alter von 78 Jahren. Von ihr existiert nur eine Bleistiftzeichnung des Kasseler Malers August von der Embde. Sie zeigt die Märchenfrau beim Tabakschnupfen mit einer Bekannten. Storch wurde vermutlich am Lutherplatz beerdigt.
In Schneider lebt mit seinen drei Söhnen und einer Ziege zusammen. Täglich wird die Ziege auf die Weide geführt, um die allerbesten Kräuter zu fressen. Als der Älteste sie schön geweidet hat und fragt, ob sie satt sei, antwortet diese: „Ich bin so satt, ich mag kein Blatt: mäh! mäh!“
Als aber der Vater zu Hause die Ziege fragt, antwortet sie mit einer Lüge. Der Vater erkennt die Täuschung der Ziege nicht und jagt den Ältesten aus dem Haus. Den beiden anderen Söhnen ergeht es die folgenden Tage genauso. Als der Vater erkennt, dass er seinen Söhnen Unrecht getan hat, jagt er die Ziege fort. Die Söhne gehen bei einem Schreiner, einem Müller und einem Drechsler in die Lehre. Am Ende bekommt der Älteste einen Tisch mit; wenn man zu dem sagt „Tischchen, deck dich!“, dann ist er sauber gedeckt und mit den herrlichsten Speisen versehen. Der Mittlere bekommt einen Esel; wenn man zu dem sagt „Bricklebrit!“, dann fallen vorne und hinten Goldstücke heraus.

Das Goethezeitportal: Tischlein Deck Dich
Alle drei Söhne verzeihen dem Vater schließlich während ihrer Wanderjahre und sehen die Möglichkeit, dass auch ihr Vater seinen Groll vergisst, sobald sie ihn mit ihrem eigenen Wunderding gewonnen haben. Die beiden älteren werden aber vor ihrer Heimkunft in ihrer Freigiebigkeit nacheinander vom selben Wirt betrogen, als der dem einen ein falsches Tischchen und dem anderen einen anderen Esel unterschiebt. Sie bemerken es erst, als sie ihr Wunderding zu Hause vorführen wollen.
Der von seinen beiden Brüdern gewarnte Jüngste bekommt von seinem Meister einen Knüppel im Sack, der jeden Gegner verdrischt, wenn man sagt „Knüppel, aus dem Sack!“ und erst aufhört, wenn man sagt „Knüppel, in den Sack!“. Damit nimmt er dem Wirt den magischen Tisch und den

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